ATP Paris-Bercy: Thiem unterliegt Neo-Becker-Schützling Rune
Nach zwei Siegen in der Qualifikation bzw. einem Erfolg im Hauptfeld-Erstrundenkracher der Ex-Grand-Slam-Gewinner gegen den Schweizer Routinier Stan Wawrinka (ATP 51) ist für Dominic Thiem beim Rolex Paris Masters in der zweiten Hauptrunde dann Endstation gewesen. Der Niederösterreicher (ATP 108) unterlag in der hereinbrechenden Nacht von Mittwoch auf Donnerstag um wenige Minuten nach Mitternacht dem an sechs gesetzten Dänen Holger Vitus Nodskov Rune (ATP 7) nach 91 Minuten Spielzeit mit 4:6, 2:6. Mit den vorangegangenen Erfolgserlebnissen hat sich Thiem nun wohl trotzdem seinen Fixplatz im Hauptbewerb der Australian Open in Melbourne 2024 erspielt. Der 30-Jährige konnte beim ATP-Masters-1000-Turnier in Frankreichs Hauptstadt 70 ATP-Zähler sammeln, mit denen er im ATP-Liveranking klar unter die besten 100 zurückkehrt und aktuell Platz 92 einnimmt. Eine Position in den Top 100 genügt erfahrungsgemäß für den Cut, diese wird er bis Jahresende kaum noch verlieren können. Nächste Woche startet er als Abschluss der Saison noch beim ATP-250-Event in Metz, ebenfalls in Frankreich.
Thiem hatte das bislang einzige Duell mit dem 20-jährigen Skandinavier, der seit kurzem unter der deutschen Ex-Tennislegende Boris Becker trainiert, diesen April in Monte-Carlo 2:6, 4:6 verloren. Diesmal drehte sich einzig das Ergebnis, nicht jedoch der Sieger. Dabei präsentierte sich Thiem im ersten Satz mit Rune absolut auf Augenhöhe, holte hier auch bloß vier Punkte weniger. Der Lichtenwörther kam bei 2:1 auch zur ersten Breakchance, brockte sich aber bei 3:3 durch drei Doppelfehler selbst den ersten Aufschlagverlust ein. Auch Rune wackelte immer wieder in seinen Servicegames, unterm Strich konnte Thiem aber keine seiner fünf Breakmöglichkeiten, verteilt auf drei Returnspiele, verwerten und aus zwei weiteren 0:30-Situationen ebenso keinen Profit schlagen. Bei 3:4 war’s gar ein 0:40, zu dem er auch dank zwei Doppelfehlern von Rune kam – doch das Rebreak gelang nicht und auch bei 0:30 im letzten Game nicht. Im zweiten Durchgang verlor Thiem nach Kampf seinen Aufschlag zum 1:2 und geriet, nach einem vergebenen Breakball zum 2:4, mit 1:5 in Rückstand. Kurz darauf servierte Rune souverän zum Achtelfinaleinzug aus.
Auch Erler/Miedler unterliegen Weltklasse-Gegnerschaft
Für Alexander Erler und Lucas Miedler ist der Arbeitstag wenige Stunden zuvor nicht viel erfreulicher verlaufen. Denn der Tiroler (ATP-Doppel 41) und der Niederösterreicher (ATP-Doppel 42), die als Alternates durch kurzfristige Absagen noch ins Feld gerutscht waren, unterlagen im Achtelfinale des Doppelbewerbs den fünftgereihten Marcel Granollers aus Spanien (ATP-Doppel 10) und Horacio Zeballos aus Argentinien (ATP-Doppel 9) nach 1:16 Stunden Spielzeit am späten Mittwochabend mit 5:7, 4:6. Die beiden machten bei 3:3 die lange Zeit einzigen zwei Breakbälle zunichte, doch verloren ab 5:4 satzübergreifend fünf Games in Serie. Den frühen Rückstand im zweiten Satz konnten sie nicht mehr aufholen, bis zum Ende bot sich keine Breakchance mehr. Zwar auch nicht für Granollers/Zeballos, diese verwalteten jedoch gekonnt ihre Führung. Mit ihrem Sieg über die Deutschen Kevin Krawietz (ATP-Doppel 15) und Tim Pütz (ATP-Doppel 22) rund 24 Stunden zuvor konnten sich Erler/Miedler dennoch pro Kopf 11.870 Euro Preisgeld und 90 ATP-Punkte erspielen.